ich habe die Sterne – ich habe kein Haus
die Ecke der Winkel dort voll Schatten sind mein
und die Wand rauh die mich hält
der Staub der mich deckt
der Dreck der mich betrührt
die Hand zieht ihn an
und hält sich daran
der Wind der über fremde Dächer geht
hat über alles – auch mich geweht
der Regen der keine Wahl versteht
kommt näher sammelt sich
Vorwurf von Tränen hält nicht in der Gosse
nicht vor meinem Schuh
ritzt Furchen in mich hinein
rinnt mit allem den Blumen den Gräsern dem Mauerwerk
du bist mit allem – warum friest du noch hüllst dich in Fetzen
letzter Halt Splitter von Es-war-gewesen
Es-gab Es-hätte-wäre-müßte-sollte -würde
Würde – dahinter stürzt du
in eine Haut die sich die deine nennt
Reste von Tritten verschleppter Spur
Finden – in verachtemdem Blick
der jedes Mitmenschsein
lange schon verloren abgegeben hat
Fetzen abgerissener Vergangenheit
in der noch Hände waren – vielleicht ein Arm
getauscht gegen jenen Pass: Nichts sein
leider mehr als Nicht-sein eben Dorn sein
am Ufer von: mich geht’ s nichts an
Ich habe die Sterne – die Sterne sind mein
und die Wand die mich hält und der Pflasterstein
ein altes Brot und die Wärme im Wein
der Brannt rinnt hinunter – hinein kleine Sonne
eilig gekippt gestürzt und eingebrochen
Zuhause gaukelt um die wehen Knochen
lichtet kurz ein Drinnen gegen kalte Nacht
dennoch bringts es nicht fort – ausgesetzt bleibt
der eigene Atem äzt Hohlraum wo ein Sinnen war
kalt erwacht an stocksteifer Wand zu schnell
das fahl Leere konnte sich einfressen
die Sterne sind fort – ein Haus hab ich nicht
ruheloses vor Ort Weitergezogen-sein
in der Ecke – mag nichts denken
nicht dem Atem lauschen das Herz soll weg
sein Pochen ist mir Schlag auf Schlag und Schlag
Gewalt die hält und treibt – erschüttert
dort wo alle Kräfte waren haust der Schmerz
ist Freund und Gegenüber Spiegelbild und ich
treu wie er er überdauert dich
ihm lohnt es noch zu schwören
wer bin ich – das was dort kauert
die Wege wohin – zu Sternen die ich habe
sie sind viel zu weit geworden
ich falle aus sovielen Himmeln unter euren Tritt
und wandere vergessene Stunden ab
verlor ich? wußt‘ ich?
weiß mich nicht zu halten
und jedes Haltenwollen ist ein Schnitt
aus dem meine Leben meine Glieder
und mein Hoffen mein Bekennen rinnt
Blut zu sehen? nein
trocken steht es
über viel zu tief gerutschter Haut
und doch – ich sehe es
wenn die Sonne auf die Pfützen fällt
auch Weinen- ja es gab mal Tränen
die waren rot aus untergehenden Sonnen
verblutet seh ich noch hinein
ahne das was blieb was bleibt was ist
laufe – laufe – diese Zeit entlang
oder lauf’ Sie ab – sehnend nach Rand
den Rand der Stadt den Rand all der Verlorenheit
schon lange bin ich fort entsunken
lernte das Ruinen frieren und hungern
auch sie klammern sich an gleichmütigen Wind
der Schlaf geht mit den Sternen
wenn er doch nur länger bliebe
ich habe die Sterne – ein Haus hab ich nicht